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Das ist hinlänglich bekannt: Binissalem ist der Weinort Mallorcas. Schon der Roman-AutorAlbert Vigoleis Thelen bezeichnete das Winzerdorf als Heimat der Inselweine. Heute nennt sich das zentrale Anbaugebiet der Insel „D.O. Binissalem-Mallorca”, der dazugehörige Regulierungsrat wurde 1998 ins Leben gerufen. Angebaut wird vor allem der rote Mantonegro, für Weißwein gibt es die Rebsorte Prensal Blanc.

Weniger bekannt ist, dass Binissalem nicht immer so hieß, obgleich der Name auf die maurische Epoche der Insel zurückgeht und mit seinem arabischen „Banu Salâm” Haus der Friedens bedeutet. Nach der Eroberung Mallorcas durch die Aragonesen im 13. Jahrhundert wurde der Ort „Robines” genannt. Erst im 16. Jahrhundert bürgerte sich wieder Binissalem ein.

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Wein war nicht immer das Thema in dem Dorf. Vom 1703 bis etwa 1890 gab es eine Zuckerraffinerie. 1834 wurde ein bedeutendes Braunkohlevorkommen entdeckt, der Brennstoff bis nach Barcelona exportiert. 1900 wurde in dem Dorf die erste moderne Schuhfabrik installiert, die mit ihrer Maschinerie das Aus für viele kleine Handwerksbetriebe brachte. Und im Jahre 1914 wies Binissalemden ersten Fußballplatz der Insel auf.

Man muss kein Weinliebhaber sein, um nach Binissalem zu fahren (seit 1875 ist das mit der Bahn möglich). Das Dorf am Rande der alten Landstraße weist mit dem Llorenç-Villalonga-Museum einen nahezu vollständig ignorierten Zugang zur mallorquinischen Literatur auf. Sonntags gab es früher um die Kirche sogar einen Kunstmarkt. Um so manches Gemälde estimieren zu können, brauchte man allerdings den einen oder anderen Schluck Wein.