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In Selva geht es entweder bergauf oder berggab. Damit ist gar nicht einmal das Leben in der kleinen Kommune am Fuße des Tramuntana-Gebirges gemeint, sondern die engen Gassen, in denen Besucher den Ort erkunden können. Wie eine spitze Hornplatte auf dem Rücken eines Dinosauriers ragt die Kirche an der höchsten Stelle des langgestreckten Hügels in den Himmel. Von dem Gotteshaus aus gesehen entfaltet sich ostwärts die mallorquinische Ebene Pla in die Ferne bis hin zu den Bergen von Artà und der Bucht von Alcúdia. Westwärts schiebt sich das Hochgebirge der Insel wie ein blaugrauer Riegel in die Sicht. Gerade in den Tagen der Mandelblüte bietet das Rundum-Panorama von Selva idyllische Ausblicke.

Der Name Selva leitet sich vom lateinischen „silva” ab, was Wald bedeutet. Und tatsächlich zählt der Ort zu den waldreichsten Kommunen der Insel. Die Holzproduktion war lange ein wichtiger Gewerbezweig in dem Ort. Weitere Standbeine sind die Leder- und die Tourismusindustrie in Form von Agro-Tourismus-Fincas, also Bauernhöfe mit teils sehr gediegenen Unterkünften.

Selva ist zwar ein Dorf , aber zugleich ein Oberzentrum von drei weiteren Dörfern, die allesamt als die ländlichsten Gemeinden der Insel gelten. Es sind Moscari und Caimari sowie Biniamar. Hier spielt auch noch die Landwirtschaft eine große Rolle. Vor allem Caimari hat sich als Zentrum der Olivenöl- Produktion einen Namen gemacht. Wer will, kann die Tropfen direkt in der Verkaufsstelle an der Landstraße probieren.