Porreres

Roter Wein und goldene Ohren

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pueblo porreres

Porreres ist eines jener Dörfer auf Mallorca, die nicht unbedingt am Weg liegen. Wer von Palma aus in den Südosten will, nimmt die Autobahn über Llucmajor nach Campos, Santanyí oder Felantix. Wer nach Manacor muss, fährt gleich auf der autobahn-artig ausgebauten Trasse über Montuïri dorthin. Porreres lieg im toten Winkel, und wird deshalb gerne von Radfahrern heimgesucht, die dann in ihren schillernden Trikots in den Cafés auf der Plaça sitzen und Radler trinken. Zur Anfahrt nutzen sie meist die kleine Landstraße, die von Llucmajor nach Porreres führt, und das ist wahrlich eine der landschaftlich schönsten Nebenstrecken auf der Insel.

Porreres ist eine herbe Schönheit, die sich erst auf den zweiten, wenn nicht gar auf den dritten Blick erschließt. Straßen mit geschlossenen Türen und Fensterläden, dazu eine wuchtige Kirche, die den Ort fast erdrückt.

In Porreres wurde während des Spanischen Bürgerkrieges ein hoher Blutzoll entrichtet. Neben Manacor und Palma fanden hier die meisten Hinrichtungen der Anhänger der Republik statt. Porreres ist heute noch das Anbauzentrum von Aprikosen auf Mallorca. Die Früchte werden halbiert und getrocknet. Die Dörraprikosen auch „orejones”, Riesenohren, genannt, werden neuerdings mit Schokolade umhüllt und als Pralinen verkauft. Auch bei Wein setzt Porreres auf Qualität. Es war der Winzer Jaume Mesquida, der inden 1970er Jahren erstmals französische Edelrebsorten auf der Insel anpflanzte. Heute ist das Weingut weit über die Grenzen von Porreres hinaus bekannt.

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